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Keine Angriffe auf den Bildungsurlaub
Der DGB Bremen wendet sich entschieden gegen eine Verschlechterung des bremischen Bildungsurlaubsgesetzes.
Mit der von Rechnungshof, Unternehmensverbänden sowie dem FDP-Abgeordneten in der bremischen Bürgerschaft in Gang gesetzten Diskussion um die Abschaffung oder Einschränkung des bremischen Bildungsurlaubgesetzes werde das Recht auf Bildung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Frage gestellt. "Neben den wünschenswerten und notwendigen tariflichen Regelungen zur beruflichen Qualifizierung muss für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Freiraum für selbstbestimmte Bildung erhalten bleiben", sagte die Bremer DGB-Vorsitzende Helga Ziegert. "Wenn der Rechnungshof in seinem Bericht die Meinung vertritt, einfache Arbeiter brauchten keine politische und allgemeine Bildung sondern allenfalls unmittelbar verwertbare berufliche Qualifizierung, zeugt das von bildungsbürgerlicher Arroganz. Bildung darf nicht wieder ein Privileg der sogenannten gebildeten Schichten werden".
Lebenslanges Lernen sei in der heutigen Wissensgesellschaft unverzichtbar nicht nur, um sich in der Berufswelt zu behaupten, sondern auch zur Orientierung im gesellschaftlichen Wandel und zur aktiven Teilnahme am politischen und gesellschaftlichen Leben. Politische und allgemeine Bildung ist ebenso wichtig wie berufliche Qualifizierung.
Das Bremische Bildungsurlaubsgesetz ermögliche Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen im Land Bremen die bezahlte Freistellung von der Arbeit, um an politischer, allgemeiner oder beruflicher Bildung teilzunehmen. Damit werden sonst nicht erreichbare Zugänge zum lebenslangen Lernen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eröffnet. Helga Ziegert: "Lebenslanges Lernen muss in der Wissensgesellschaft aktiv gefördert werden, auch die Erwachsenenbildung ist eine gesellschaftliche Aufgabe und nicht Privatsache des Einzelnen."
Man könne beklagen, dass das Bildungsurlaubsgesetz die Aufgabe , Bildungsbenachteiligte zu erreichen, noch nicht ausreichend erfüllt, aber erwiesenermaßen sei keine andere Lernform erfolgreicher , gerade für diesen Teil der Bevölkerung - und dazu gehören viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Einstieg in lebenslanges Lernen zu erreichen.
Stattdessen müssten die Voraussetzungen für eine höhere Bildungsbeteiligung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern geschaffen werden. Dazu gehören Bildungsangebote, die auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ansprechen womit einige Bildungsträger im Land Bremen bereits sehr erfolgreich seien. Der Vorschlag der CDU, den Bildungsurlaub mit dem Erholungsurlaub zu verbinden, sei untauglich. Sinnvoll sei dagegen eine größere Flexibilisierung in der Zeitvorgabe für den Bildungsurlaub sowie die Einbeziehung individueller Lernformen.
[26.06.2004]
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