Ältere haben es schwer auf dem Arbeitsmarkt
DGB gibt Jobtipps für Arbeitnehmer/innen ab 50
Auf das steigende Problem der Altersarbeitslosigkeit in der Region Bremen hat der DGB aufmerksam gemacht. "Nach dem Arbeitsmarktbericht der Bremer Agentur für Arbeit sind 11.000 Arbeitslose zwischenzeitlich älter als 50 Jahre. Ihre Zahl stieg in den letzten 12 Monaten um 30 %. Hinzu kommen die sog. § 428-Fälle, also Ältere, die zwar Unterstützungsleistungen der Agentur erhalten, aber nicht als arbeitslos gezählt werden, weil sie vorruhestandsähnliche Regelungen in Anspruch nehmen" so die Bremer DGB Vorsitzende Helga Ziegert.
Zwar ist das Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren, für ältere Arbeitnehmer geringer als für jüngere, doch bei eintretender Arbeitslosigkeit haben sie weit niedrigere Wiedereinstellungschancen. In dieser Altersgruppe ist etwa jeder Zweite langzeitarbeitslos. Die Personalchefs mittelständischer Betriebe geben auf Nachfrage an, die Erfahrung älterer Arbeitskräfte zu schätzen, doch tatsächlich eingestellt werden sie äußerst selten. In der Realität haben Menschen dieser Altersgruppe nur dann noch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt, wenn die Arbeitsagentur den Betrieben finanzielle Zuschüsse gewährt.
Helga Ziegert: "In Reden betonen Politik und Arbeitgeber regelmäßig die Notwendigkeit längerer Lebensarbeitszeiten. In der Praxis der Betriebe werden jedoch schon Arbeitnehmer ab 45 Jahren häufig zum "alten Eisen" aussortiert, gerade dann, wenn der Betrieb unter Druck steht. Dabei gibt es durchaus Hilfen, die die Entlassung Älterer verhindern könnten. Denn ist der Arbeitsplatz erst verloren, haben vor allen ältere Arbeitnehmer/innen schlechte Chancen."
Der DGB hat einen Ratgeber mit praktischen Tipps für ältere Arbeitnehmer, die auf Jobsuche sind oder um ihren Arbeitsplatz bangen, herausgeben, "Bange machen gilt nicht" heißt denn auch das Motto. Trotz schwieriger Arbeitsmarktlage für Ältere gibt es manchmal auch Erfolgsgeschichten, die anhand von konkreten Fällen dargestellt werden. Dabei spielen sowohl Möglichkeiten der Arbeitsuchenden, wie auch Hilfestellungen durch die Arbeitsagentur eine Rolle.
Die im Ratgeber vorgestellten Hilfen reichen von Bildungszuschüssen, Transfergesellschaften, Lohnkostenzuschüssen bis hin zu selbstständiger Existenzgründung und unkonventionellen Bewerbungswegen.

Der 48-seitige Ratgeber ist erhältlich im DGB-Büro Bremen, Bahnhofsplatz 22 28, 28195 Bremen, Telefon 0421-33 576-0.
Einzelexemplare können über das Online-Bestellsystem zu einem Unkostenbeitrag von 2 Euro plus Versandkosten bei der Druckerei Toennes Satz + Druck bestellt werden: Fax: 0211 920 08 38
[08.02.2005]