 |
DGB Bremen befürchtet Aus für den Studiengang Arbeitswissenschaften an der Universität Bremen
In Schreiben an den Rektor der Universität Bremen, Prof. Wilfried Müller, und dem Senator für Bildung hat sich der DGB Bremen besorgt gezeigt über ein drohendes Aus für den Studiengang Arbeitswissenschaft an der Universität Bremen.
Nachdem bereits in der Vergangenheit nach dem Ausscheiden von einschlägig arbeitenden Hochschullehrern (z.B. Dr. R. Zoll und Prof. Dr. M. Osterland) diese Stellen nicht wieder besetzt worden seien, sei auch im Hochschulentwicklungsplan in Zukunft keine Stelle für Arbeitspolitik vorgesehen, heißt es im Schreiben des DGB. Die Weiterführung der Hochschullehrerstelle für Arbeitssoziologie sei in der Planung nicht verlässlich verankert und erscheine nach den vorliegenden Planungen als ungesichert. Diese Stelle "Arbeitswissenschaft mit Schwerpunkt politische, technologische und ökologische Determinanten von Arbeit" (derzeit Prof. Dr. H. Spitzley) im FB 11/IAW sei in den Hochschulplanungen nicht enthalten.
Die Forschungs- und Lehrkapazitäten der sozialwissenschaftlichen Arbeitswissenschaft würden also in Zukunft wesentlich eingeschränkt werden.
Über den Fortbestand der für den Studiengang Arbeitswissenschaft unabdingbaren beiden Professuren für "Arbeitswissenschaft mit Schwerpunkt sozialwissenschaftliche Humanisierungsforschung" (derzeit Prof. Dr. E. Senghaas-Knoblauch) und "Arbeit und Gesundheit" (derzeit Prof. Dr. R. Müller) sei nach derzeitigem Informationsstand nicht abschießend entschieden.
In der Forschung müssten die von den Stelleninhabern wahr-genommenen Forschungsbereiche entsprechend eingeschränkt und mittelfristig wahrscheinlich aufgegeben werden.
Auch in der Lehre hätte die Streichung der genannten Stellen negative Folgen: so könnten bereits im nächsten Jahr keine StudienanfängerInnen mehr in den grundständigen Magisterstudiengang Arbeitswissenschaft aufgenommen werden. Der neue internationale Masterstudiengang European Labour Studies müsste wieder geschlossen werden. Die im Studiengang Arbeits-wissenschaft verankerten und ermöglichten Lehrangebote für Neben- und Wahlfächer in Diplom- und Lehramtsstudiengängen für Arbeitslehre, Erziehungswissenschaften, Gesundheitswissenschaft, Ökonomie, Pflegewissenschaft, Politikwissenschaft, Psychologie,
Soziologie sowie dem Lehrmodul Sustainability Studies würden entfallen.
Ein für die Gewerkschaften entscheidend wichtiger Schwerpunkt der Forschung und Lehre an der Universität würde damit entfallen, so der DGB. Damit werde ein falsches politisches Signal gesetzt in einer Zeit, in der durch wirtschaftliche Strukturumbrüche, Massenarbeitslosigkeit und Ungewissheit über die Zukunft der Arbeit, Fragen der Gestaltung der Arbeitswelt und die Entwicklung von Strategie zur Problembewältigung sowie die Vermittlung von arbeitsweltbezogenen Kompetenzen nichts von ihrer Bedeutung verloren haben.
[07.11.2005]
|