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Alle Jahre wieder im Sommerloch - die Debatte um Ausbildungsvergütung und Ausbildungsplätze
Die DGB-Jugend Bremen mischt sich ein
Bereits von drei Jahren wurde von der DGB-Jugend Bremen vorgerechnet, dass ein Ausbildungsplatz das Unternehmen nicht mehr als ein Ikea Luxussofa koste. Die scheinbar das Unternehmen an den Rand des Ruins treibende Höhe der Ausbildungsvergütung, entpuppt sich als eine Farce. So bereits 2002 durch das Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BiBB) nachgewiesen. Im Sinne der Unternehmen soll der Ausbildungsplatz, wenn es denn einen gibt, den Arbeitgeber also nur soviel kosten wie ein Plastikstuhl?
Aus Sicht der DGB Jugend spricht noch wesentlich mehr, als nur die Studie des BiBB gegen diese Arbeitgeberpositionierung:
- Immer mehr Flexibilität wird abverlangt.
Das heißt, Jugendliche sollen und müssen sich bundesweit bewerben, um eine Chance auf einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Doch wo sollen sie wohnen, oder sollen die Eltern etwa auch so flexibel sein und mitziehen? Auszubildende brauchen also eine Ausbildungsvergütung, die sie befähigt, eigenständig zu leben.
- Höhere Lebenshaltungskosten, geringere Vergütungen, Erhöhung der Mehrwertsteuer, Kindergeld nur noch bis 25.
All das passt wirklich nicht zusammen. Ausbildungsvergütung einfrieren, hieße das Realeinkommen von Auszubildenden drastisch zu beschneiden. Eigenständiges Leben - ade!
- Die Verantwortung für Ausbildung wird auf die unterste Ebene verschoben.
Denn nicht die Azubis sind schuld daran, dass es nicht genügend Ausbildungsplätze gibt, sondern die Unternehmen. Die Wirtschaft trägt die Verantwortung für genügend Ausbildungsplätze und sollte ein maximales Interesse daran haben. Schließlich sagen alle Prognosen für die Zukunft, es werde einen Fachkräftemangel geben. Grund genug, dem durch Wirtschaft und Staat vorzubeugen. Grund genug um jungen Menschen eine Perspektive zu geben.
- Ungleichbehandlung gegenüber den anderen ArbeitnehmerInnen.
Die Ausbildungsvergütung steigt in dem gleichen Maß, wie die Einkommen der ArbeitnehmerInnen. In der Regel werden die prozentualen Erhöhungen an die Auszubildenden weitergegeben. Dazu kommt, dass Auszubildende in die Arbeitsabläufe integriert sind, und damit zum Erfolg des Unternehmens beitragen.
- Es gibt bis heute keinen Zusammenhang zwischen der Absenkung von Ausbildungsvergütung und der Schaffung von Ausbildungsplätzen.
Branchenbereiche mit hohen Ausbildungsvergütungen haben in den letzten Jahren nicht mehr Ausbildungsplätze abgebaut als andere. Traurig aber wahr - gerade in den Bereichen mit niedrigerer Ausbildungsvergütung sind massivst Ausbildungsplätze verloren gegangen - im Handwerk.
Deshalb muss es doch eigentlich richtig heißen: Wer nicht ausbildet, muss zahlen und NICHT: wer eine Ausbildung macht, muss auf sein Geld verzichten.
[21.07.2006]
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