Erneuter Anschlag auf das Büro der VVN-BdA
Am späten Abend des 04. November wurde erneut die Scheibe unseres Büros in Bremen-Walle eingeworfen. Bereits in der Nacht vom 10./11. Oktober war die Scheibe zerstört worden, nachdem wir Plakate mit dem Aufruf zur antifaschistischen Demonstration in Gröpelingen im Fenster aufgehängt hatten. Beide Male benutzten die Täter einen Gullydeckel. Nachdem aufgrund des zahlreichen und entschlossenen Auftretens von Antifaschisten die NPD ihre Demonstration von Walle nach Gröpelingen nicht im geplanten Umfang durchführen konnte, richtete sich offensichtlich die Wut von verhinderten nazistischen Marschierern gegen einen der Organisatoren der antifaschistischen Aktivitäten.
Bereits vor 6 Jahren war das Büro der VVN-BdA Zielscheibe einer Serie von Anschlägen, die eindeutig von Tätern aus dem neofaschistischen Lager verübt wurden:
Ebenfalls mit einem Gullydeckel wurde in der Nacht 19./20. Januar 2000 die Scheibe zerstört. Drei Tage vorher waren an die Außenflächen des Büros Signets wie die Wolfsangel geschmiert worden. In der Nacht 18./19. April 2000 wurde die Scheibe erneut, mit einem kleineren Gegenstand, zerstört und die im Fenster hängende Fahne der VVN-BdA gestohlen.
In der Nacht 04./05. September 2000 wurden auf die Scheibe Plakate der NPD geklebt, auf das in der Nähe befindliche Denkmal für die Bücherverbrennung ebenfalls ein NPD-Plakat sowie Aufkleber zu Ehren von Rudolf Hess.
Der erneute Anschlag reiht sich in die Bemühungen der NPD ein, im Bremer Westen Fuß zu fassen und den politischen Gegner durch gewaltsame Aktionen einzuschüchtern. Er reiht sich weiter ein in die zerstörerische Spur rechter Gewalt: lt. Tagesschau vom 20.09.2006 wurden allein im Juli 2006 bundesweit über 1.000 Fälle rechter Gewalt verzeichnet, also über 30 pro Tag.
Wir fordern die politisch Verantwortlichen auf, die Bestimmungen des Potsdamer Abkommens und den Artikel 139 des Grundgesetzes ernst zu nehmen und in die Tat umzusetzen und dem Treiben von NPD und so genannten Kameradschaften ein Ende zu setzen.
Wir fordern alle Organisationen und Einzelpersonen, die in einer nazifreien Stadt leben wollen, auf, ihre Ablehnung weiter durch alle erdenklichen öffentlich sichtbaren Mittel deutlich zu machen, damit jedem, der durch die Straßen geht, klar wird, dass Neofaschismus hier nicht erwünscht ist.
[07.11.2006]
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