Bremer Gewerkschaften beeindruckt
vom Aufbruch im Stadtteil
DGB Vorstand in Tenever
In seiner monatlichen Vorstandssitzung kam der DGB Bremen am Montag in Tenever zusammen. Hintergrund ist, dass der DGB sich vor Ort über die Situation Bremer und Bremerhavener in den Stadtteilen informieren will. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir einen großen Teil der sozial benachteiligten Menschen in Bremen über die Betriebe nicht erreichen“, sagte die Bremer-DGB Vorsitzende Helga Ziegert. Nach Walle-Gröpelingen sei Tenever der zweite Stadtteil, in dem sich die Gewerk-schaftsvertreter vor Ort bei den dort tätigen Akteuren informieren.
In einer lebhaften Gesprächsrunde mit Arbeitslosen und anderen Bewohner/innen von Tenever im Arbeitslosenzentrum, bei der auch der Ortsamtsleiter, Herr Schlüter, sowie Gabi-Grete Kellerhoff vom Arbeitslosenzentrum und Joachim Barloschky von der Projektgruppe Tenever teilnahmen, ging es um das Zusammenleben der unterschiedlichen Volksgruppen in Tenever, die Wohn- und Lebenssituation, Kinderarmut und vor allem die hohe Arbeitslosigkeit. „Wir müssen uns dafür einsetzen, dass die Jugendlichen im Stadtteil einen guten Ausbildungsplatz und damit eine Perspektive bekommen“, betonte die Bremer DGB Vorsitzende nach dem Gespräch. Der DGB unterstütze deshalb das Projekt des Bremer Senats „Perspektive betriebliche Ausbildung. Chancen für Jugendliche mit Hauptschulabschluss“, an dem auch das Schulzentrum Koblenzer Straße in Tenever beteiligt ist.
Beim Rundgang durch das Sanierungsgebiet unter Führung von Ralf Schumann, Gewoba, zeigten sich die Gewerkschafter beeindruckt von den Leistungen, die die Gewoba in enger Zusammenarbeit mit der Projektgruppe Tenever zur Verbesserung der Wohnsituation und der Situation im Stadtteil erbracht hat.
„Davon könnten sich andere Stadtteile eine Scheibe abschneiden“, war die einhellige Meinung. Das gelte auch für die große Mobilisierung von Eigeninitiative unter den Bewohner/innen. Nach dem Besuch des St. Petri-Horthauses und des Mütterzentrums sagte der DGB der sozialen Initiative im Stadtteil Unterstützung zu.
Helga Ziegert: „Uns ist klar, dass ein Stadtteil wie Tenever besondere Förderung und Unterstützung braucht, um die Probleme von Armut und Arbeitslosigkeit zu bewältigen. Und wenn es so viele Bürger und Bürgerinnen gibt, wie hier, die nicht nur passiv auf Unterstützung warten, sondern selbst bereit sind, sich für ihre eigenen Interessen und die ihrer Mitbewohner/innen einzusetzen, dann ist das umso besser“.
[27.02.2008]
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