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Leiharbeit in Bremen und Bremerhaven
Gefahr für reguläre Arbeit
Leiharbeit droht immer mehr reguläre Beschäftigung in Bremen und Bremerhaven zu verdrängen. 11.000 Menschen im Land Bremen waren Mitte letzten Jahres nach einer aktuellen Auswertung des DGB Bremen als Leiharbeiter beschäftigt. Damit hat sich allein in der Zeit von Juni 03 bis Juni 07 die Zahl der als Leiharbeiter Beschäftigten um rund 6.000 mehr als verdoppelt.
Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 0,6 % gesunken. In immer mehr Betrieben stellen Leiharbeitskräfte ein Viertel bis ein Sechstel der Beschäftigten. „Die Unternehmen wälzen damit die Risiken auf die Beschäftigten und auf die Sozialversicherung ab“, sagte die Bremer DGB-Vorsitzende Helga Ziegert.
Zudem werde Leiharbeit zunehmend missbraucht, um Menschen zu Niedriglöhnen deutlich unterhalb der Entgelte der Stammbelegschaften zu beschäftigen. Jeder achte Leiharbeiter sei auf ergänzende Leistungen nach Hartz IV angewiesen. Helga Ziegert: „Leiharbeiter leben oftmals in Angst vor Kündigung und müssen sich ständig auf neue Anforderungen in wechselnden Unternehmen einstellen; die gesundheitlichen Belastungen sind hoch, deswegen wird die niedrige Bezahlung erst recht als ungerecht angesehen. Diese Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Betrieben wollen wir nicht.“
Arbeitnehmerüberlassung ist nur selten eine „Brücke“ in den ersten Arbeitsmarkt. Nach einer Studie des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit werden nur etwa 15 % der verliehenen Arbeitskräfte in den Entleihbetrieben übernommen. Häufig werden die Arbeitskräfte nach Auslaufen der Überlassungszeit wieder entlassen und müssen sich erneut arbeitslos melden. Mehr als 50 % der Arbeitsverhältnisse von Leiharbeitern sind kürzer als 3 Monate, nur 45 % der Arbeitsverhältnisse dauern länger als drei Monate.
Nach Beobachtungen des DGB ist der Anstieg von Leiharbeit vor allem im produzierenden Gewerbe festzustellen, während die Arbeitnehmerüberlassung im Dienstleistungsbereich relativ selten ist. Im Land Bremen sind inzwischen 3,9 % der Beschäftigten Leiharbeiter, dies ist deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt von 2,6 %. Dabei liege der Anteil in Bremerhaven mit 4,1 % noch ein wenig über dem Landesschnitt. Helga Ziegert: „ das klingt erst nach wenig. Die tatsächliche Bedeutung der Leiharbeit ist jedoch weit höher, weil sich in Folge der meistens kurzen Beschäftigungsverhältnisse die Beschäftigtenzahl in diesem Sektor innerhalb eines Jahres nahezu zweimal umschlägt. In Hamburg haben daher im vergangen Jahr rund 20.000 Menschen ein Arbeitsverhältnis in der Leiharbeit begonnen.“
[04.03.2008]
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