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Fast die Hälfte aller Stellenangebote
in Bremerhaven in Leiharbeit
1.675 offene Stellen zählte die Arbeitsagentur Bremerhaven im Schnitt des vergangenen Jahres. Dabei entfielen mehr als zwei Fünftel (43,9%, 735) dieser Stellen auf den gewerblichen Verleih und die private Vermittlung. „Diese Entwicklung ist sehr bedenklich, weil diese angebotenen Stellen häufig keine längerfristige Perspektive eröffnen und die Arbeitskräfte nach kurzer Zeit häufig wieder arbeitslos werden“, so Reinhard Dietrich vom DGB Land Bremen.
Nach Berechnungen des DGB, dauert für rund 60 Prozent der Beschäftigten von Verleihfirmen das Arbeitsverhältnis weniger als drei Monate. Neuere Untersuchungen zeigen aus Sicht des DGB, dass nur etwa 12 15 % der Leiharbeitskräfte von den entleihenden Unternehmen einen festen Arbeitsplatz erhalten.
Dietrich kritisierte, dass die Arbeitsagentur Bremerhaven keinerlei Daten vorlegte über den Anteil der Leiharbeitskräfte, die nach kurzer Zeit wieder arbeitslos wurden. Die Arbeitsagentur achte viel zu wenig darauf, dass Arbeitsuchenden möglichst eine längerfristige Perspektive eröffnet werde und sie in eine stabile Beschäftigung eingegliedert werden.
Das starke Gewicht der Leiharbeit fördert zugleich die Ausweitung nicht Existenz sichernder Arbeit. Jede achte Leiharbeitskraft verdiene so wenig, dass sie auf ergänzende Hartz IV-Leistungen angewiesen sei. Das Verarmungsrisiko trotz Arbeit sei in dieser Branche überdurchschnittlich hoch. Damit fördert die staatliche Arbeitsförderung die Ausbreitung nicht Existenz sichernder Arbeit mit erheblichen Mitteln.
„Der DGB fordert deshalb, dass Arbeitsagentur und Arbeitsgemeinschaften nur noch dann Lohnkostenzuschüsse an die Betriebe zahlen, wenn diese tarifliche und existenzsichernde Löhne zahlen“, so Reinhard Dietrich.
Nach Informationen des DGB, werden Leiharbeiter zwar immer noch für Engpässe bei Auftragsspitzen eingesetzt. Manche Unternehmen benutzen Leiharbeiter aber auch, um Stammbelegschaften zu reduzieren. So berichten rund 26 % der Betriebsräte aus Firmen die Leiharbeiter einsetzen, dass in ihrem Betrieb hierdurch Stammarbeitsplätze ersetzt wurden
[25.04.2008]
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