Ausbildungsbilanz nicht schön rechnen
„Bei aller Freude darüber, dass die Zahl der Ausbildungsplätze im Land Bremen nicht so stark zurückgegangen ist, wie dies im Krisenjahr 2009 zu befürchten war, nützt es weder den Betrieben noch Jugendlichen, sich die Bremer Ausbildungsbilanz schönzurechnen“, sagte die Bremer DGB Vorsitzende und alternierte Vorsitzende des Verwaltungsausschusses der Arbeitsagentur Bremen, Helga Ziegert, anlässlich der Ausbildungsbilanz der Agentur. Festzustellen bleibe, dass der Trend bei den Ausbildungsstellen nach dem Zuwachs der letzten beiden Jahre wieder abwärts zeige. Beunruhigend sei zudem, dass die Agentur offensichtlich keine verlässlichen Daten über die Zahl der ausbildungssuchenden Jugendlichen habe. So sei der starke Rückgang, der bei der Agentur registrierten Ausbildungsbewerber (minus 22 % im Land Bremen, das entspricht über 1.000 Jugendlichen) bisher nicht geklärt.
Helga Ziegert: „Vermutungen, dass Jugendliche verstärkt in schulische Ausbildungsgänge ausweichen, habe sich nicht bestätigt. Die Bremer und Bremerhavener Schulen haben keinen entsprechenden Zuwachs an Anmeldungen registriert.“ Hinzu komme die nach wie vor hohe Zahl an sogenannten Altbewerbern, die im zweiten, dritten oder sogar vierten Anlauf einen Ausbildungsplatz suchen. Helga Ziegert wies zudem darauf hin, dass die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr überproportional um fast 20 % (gegenüber ca. 8 % bei den Arbeitslosen insgesamt) gestiegen sei.
„Niemandem ist damit gedient, wenn am Ende die Ausbildungsbilanz stimmt, weil Jugendliche aus der Statistik fallen, gleichzeitig aber diese Jugendlichen in der Arbeitslosenstatistik wieder auftauchen.“
[12.10.2009]
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