Gedenken an die Bremer Räterepublik
am 7. Februar um 11.00 Uhr auf dem Waller Friedhof
Am 4. Februar 2010 sind es 91 Jahre her, seit die Bremer Räterepublik von Freikorps auf Geheiss Bremer Bürger und auf Befehl des sozialdemokratischen Reichswehrministers Noske niedergeschlagen wurde.
Am 7. Februar 2010 werden ca. 20 Organisationen mit ihren Mitgliedern und interessierten Bürgern und Bürgerinnen diesem Ereignisses auf dem Waller Friedhof gedenken. Zu diesem Zweck werden sie sich um 11 Uhr vor dem Friedhof treffen, um gemeinsam zum Denkmal auf den Friedhof zu gehen. Dort werden Redner und Rednerinnen sich insbesondere mit den Arbeitsbedingungen damals und heute auseinander setzen. Dabei wird die Perspektive aus Sicht junger Menschen aus Betrieb und Universität einen Schwerpunkt der Reden bilden. Der Hauptredner Dr. Winfried Wolf wird eine allgemeine Einordnung geben. Er wird in seiner Rede auf Arbeitsbedingungen in der Krise und mögliche Gegenwehr eingehen. Junge Vertreterinnen von der DGB Jugend als auch von der Universität, werden Rückschlüsse auf ihre Arbeits- und Lernbedingungen ziehen. Der Buchtstrassen-Chor wird auf dem Friedhof ein musikalisches Rahmenprogramm bieten. Michael Henk wird vor dem Friedhof spielen. Die Zuhörer und Zuhörerinnen sind eingeladen die Anregungen zum kritischen Nachdenken mit ins Kulturzentrum Westend zu nehmen. Dort gibt es Kaffee und Kuchen zum aufwärmen und ein Kultuprogramm, das die kritischen Gedanken weiter beflügeln soll.
Wie jedes Jahr gedenken die beteiligten Organisationen, den besten Traditionen der sozialen Bewegung in Bremen. Ihr Kampf hätte Krieg und Faschismus verhindern können. Es hat nicht sollen sein.
- Die Folgen erkannte Kurt Tucholsky schon 1919
als er in seinem Gedicht Krieg dem Kriege textete:
„(...)Wir haben alle, alle gesehn, wohin ein solcher Wahnsinn führt-
Das Feuer brannte, das sie geschürt löscht es aus! Die Imperialisten,
die da drüben bei jenen nisten, schenken uns wieder Nationalisten.
Und nach abermals zwanzig Jahren kommen neue Kanonen gefahren.-
Das wäre kein Friede. Das wäre Wahn.
Der Tanz auf dem alten Vulkan. (...)“
(K. T., Gesammelte Werke 2, Reinbek1985, S.113.)
Angesichts der Krise dominiert das Profitstreben der Konzerne nicht nur die Atomindustrie, wie Gabriel gerade jüngst konstatierte. Auch die konkreten sozialpolitischen Forderungen der Bremer Räterepublik gewinnen immer mehr an Aktualität, Arbeitszeitverkürzung und Mindestlöhne wie eine menschenwürdige, repressionsfreie materielle Absicherung von Arbeitslosigkeit stehen heute auf der Agenda. Arbeit fair verteilen! Fair zwischen den Geschlechtern und allen Menschen weltweit, dies soll das Ziel sein, mit dem wir heute auf eine erneute, wenn auch anders als 1918 verursachte Krise reagieren sollten.
[04.02.2010]
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