Treibjagd auf öffentlichen Dienst eröffnet
Mit den Äußerungen des Finanzressorts zu den Beschäftigten im öffentlichen Dienst wurde eine "Treibjagd" eröffnet, die ansonsten den Boulevardblättern und dem Steuerzahlerbund vorbehalten ist. Der DGB Bremen erkennt in den Schlussfolgerungen des Finanzressorts weniger die Sorge um die geringer qualifizierten Menschen, als vielmehr das Bemühen, auf Kosten der Qualität und der Beschäftigten Geld zu sparen. Zur Erinnerung: in Bremen sind in den letzten Jahren über 5000 Stellen im öffentlichen Dienst gestrichen worden. Es handelte sich dabei vielfach um Stellen, im einfachen und mittleren Dienst.
Die Menschen im gehobenen oder höheren Dienst arbeiten dort, weil die Anforderungen an den öffentlichen Dienst in den letzten Jahrzehnten gestiegen sind. Dabei handelt es sich zum großen Teil um hoch qualifizierte Fachkräfte, die mitnichten "alles Häuptlinge" sind. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht Qualität und Kompetenz von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes.
Die Senatorin für Finanzen erweckt mit ihren Äußerungen den Eindruck, als seien die Fachkräfte im öffentlichen Dienst zum großen Teil zu hoch bezahlt. Wer Qualität will, muss sie auch bezahlen. Niemand hindert Frau Linnert daran, dafür Sorge zu tragen, Haupt- und Realschüler vermehrt einzustellen. Der DGB erwartet allerdings, diese jungen Leute so zu qualifizieren, dass sie den Anforderungen einer modernen, serviceorien-tierten Verwaltung entsprechen. Denn sie müssen den Anforderungen der Arbeit Rechnung tragen. Die Qualitätsstandards dürfen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger nicht abgesenkt werden.
"Der DGB weist in diesem Zusammenhang die Unterstellung von Bürgermeisterin Linnert zurück, die Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst würden die Alltagssprache der Bürgerinnen und Bürger nicht beherrschen. Das ist doch wohl eher das Problem von Politikerinnen und Politiker. Unsere Kolleginnen und Kollegen beweisen jeden Tag das Gegenteil!" erklärte dazu die Regionsvorsitzende Annette Düring.
[08.07.2010]
|